Ausflug und seine seine Folgen

Gedanken und Beschreibungen des Sklaventrainers und Sklavenhändlers von En´Kara, der Stadt der 11 Türme.

Müde, so unendlich müde. Wie müde und ausgelaugt konnte ein Mensch sein? Trotzdem konnte ich vor Sorge um meine nicht-mehr Gefährtin kaum Ruhe finden, während ich auf der Reise in meine alte Heimat war. Es gab Ärger dort, dem ich mich persönlich widmen musste und so verabschiedete ich mich schweren Herzens von Tara. Ich nahm Ihr das Versprechen ab, daß wir nach meiner Reise in Ruhe über die Vergangenheit sprechen, es aus der Welt schaffen und dann einen neuen Vertrag zur Gefährtenschaft aushandeln wollten. Ja,..so war der Plan.

Ich eilte mich, wollte ich mich doch bald wieder in der Sonne Ihres Lächelns baden, aber das Reisewetter war schlecht und die für eine Hand geplante Reise zog sich auf fast drei Hände dahin. Bei meiner Rückkehr schaute ich erst einmal in meinem Baumhaus vorbei, daß ich zwischenzeitlich bezogen hatte, um Abstand zu Tara und den vielen Geräuschen der Stadt zu bekommen. Auch hier hatte der Winter massiv eingesetzt und das Dach hatte unter der Last des Schnees nachgegeben. So blieb mir kaum etwas anderes übrig, als in das Wirtshaus Silberkrug zu ziehen, daß nun von der Dame Rose, meiner ehemaligen Sklavin, geführt wurde. Ich war sehr sehr erstaunt, welche Veränderung hier vonstatten gegangen war in den wenigen Händen, in denen wir uns nicht gesehen hatten. Rose wirkte selbstsicher, schien das Geschäft sicher in der Hand zu haben und hatte immer ein geschultes Auge auf die Sklaven, die im Gasthaus dienten. Rundum,…ich war zufrieden mit meiner Entscheidung, Ihr die Freiheit gegeben zu haben, obwohl es mich schmerzte, Ihre süßen Lippen nicht mehr auf den meinen zu spüren…an andere Dinge wollte ich nicht mal denken.

Ein Zimmer war schnell gemietet und ein ausgedehnter Besuch in der Badegrotte machte aus mir fast wieder einen Menschen. Kamm und Schere taten Ihr übriges und so konnte ich Tara gegenüber treten. Ein Vorwand dafür war schnell gefunden und ich stieg klopfenden Herzens die Treppe zu unserem ehemaligen Heim hinauf, dass ich Ihr überlassen hatte. Sichtlich erfreut, daß ich heil zurück war, empfing sie mich. Aber etwas hatte sich verändert. Sie wirkte distanziert und fast kühl und sie wirkte bedrückt.

Ich hatte diesen Zustand schon früher bemerkt, aber im Grunde wenig darauf geachtet. Wenn man als Mann immer auf alle Befindlichkeiten der Frauenwelt Rücksicht nimmt, wird man weder ein erfolgreicher Geschäftsmann, noch ein angesehenes Mitglied des Heimsteins. Das soll keinesfalls grob klingen, aber was kümmert es den Larl, wenn die Verr blöcken?

Nach einigen knappen Sätzen, in denen ich mein Anliegen vortrug, war klar, warum Sie so kühl und distanziert war……sie hatte tatsächlich einen anderen. Dieser neue Krieger, der in die Stadt gekommen war, schien ihr nicht fremd zu sein und diese Verbundenheit schien wieder da…und noch stärker geworden zu sein.

Ich muss sicher nicht betonen, daß ich nicht erfreut darüber war und dementsprechend holprig, kühl und wortkarg war der Abschied. Ich zog mich zurück, um zu überdenken, wie es nun für mich weiter gehen sollte. Sie hatte mich verraten…verraten und ein gegebenes Versprechen gebrochen. Nun musste mir ein Weg einfallen, damit umzugehen, denn mein Heimstein ist ihr Heimstein und ich bin Goreaner genug, Ihr diesen zu lassen.

Wieder in meiner Kammer im Silberkrug dachte ich über Worte nach. Dabei waren Sätze gefallen wie: „Hochachtung und Freundschaft….keine Liebe.“

Die Nacht brach herein und mit Ihr die Erkenntnis, daß sie Recht hatte. Meine Eitelkeit war verletzt, daher hatte ich nicht gesehen, was offensichtlich war. Wie ich versprochen hatte, hatte ich Tara mit Respekt behandelt, Ihr ein schönes Heim, Kleider und Geld gegeben…auch hohes Ansehen…..aber meine Liebe…hatte sie nicht erlangt.

Lange grübelte ich und lag wach, aber als die Sonne die ersten Strahlen durch die Sehschlitze der Kammer schickte, wusste ich, was zu tun ist. Ich hatte mein Herz befragt, die Antwort nicht glauben wollen aber immer und immer wieder die gleiche Antwort bekommen. Gleich nach einem Tee und etwas trockenem Kuchen begab ich mich in das Zentrum der Stadt, wo ich auf die beiden Personen traf, die ich zu finden gehofft hatte. Sevda hatte nach Ihrer Freilassung Ihr Geschick mit der Angel zum Beruf gemacht und war Fischerin geworden…auch einen kleinen Stand auf dem Zentralmarkt hatte sie. Wie es der Zufall wollte, feilschte die Dame Rose und die Dame Sevda wegen einer Lieferung Fisch, so dass ich mein Anliegen gleich beiden Damen vorstellen konnte.

Ihr Augen wurden groß und rund, die Münder öffneten und schlossen sich einige mal e wieder, ehe klar artikulierte Worte und Sätze heraus kamen, die einen Sinn ergaben.

Die Damen willigten ein, in einer Art Wettstreit um die Gust zu kämpfen, wer meine Gefährtin werden dürfe. Ich schlug vor, einen gemeinsamen Ausflug zu machen, denn unter den Augen von Tara und dieses daher gekommenen Kriegers wollte ich keinesfalls Gefährtenschaftsverhandlungen führen wollen.

Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Geplant war ursprünglich, jede der Damen einzeln auf einen Ausflug mitzunehmen, aber zum vereinbarten Treffpunkt zur abgemachten Zeit erschienen beide. Ob es Absicht oder Zufall war….ich kann es nicht sagen, aber ich beschloss, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und so reiste wir zu dritt in Sevdas Fischboot ab. Von Konkurrenz oder Wettstreit war wenig zu merken bei den Damen, auch als sie gemeinsam an meiner Kette waren, gab es nie Ärger oder Streit. Ein Umstand, über den ich immer sehr froh war.

Wir legten ab, Sevda lehnte sich in die Pinne und schnell wie der Wind glitt das wendige Boot durch das Wasser.

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Beide schienen ein Ziel abgesprochen zu haben, sodaß ich mich zurücklehnen und die Fahrt Genießen konnte. Als wir anlegten, hatte sich das Wetter deutlich gebessert, es war so warm, dass ich meinen Mantel im Bott lassen konnte, ehe wir zu Fuß die Gegend nach einem kleinen Platz für ein Picknick absuchten.

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Die entdeckte Höhle erwies sich als unbrauchbar, aber wir fanden einen halb verwachsenen Trampelpfad, der uns in eine schöne Bucht führte.

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Schnell war die Decke ausgebreitet und der Korb mit den Leckereien ausgepackt. Ich hatte mir ein Paar Fragen für die Damen ausgedacht. Ich wollte herausfinden, wie viel sie von mir und über mich wussten. Aber als gewissenhafte Sklaven waren sie nie übermäßig neugierig gewesen und so waren die Antworten mehr geraten, als wirklich gewusst. Im Grunde fand ich es amüsant, ich war so entspannt und glücklich wie lange nicht. Als es an eine Entscheidung ging, konnte ich mich nicht überwinden. Auch das von Rose gemachte Geschenk trug nicht zu einer Entscheidungsfindung bei.

Im Vorfeld hatte ich mich schon informiert, ob ich noch weitere Optionen hatte. Die Nähe zu Schendi lieferte mir das, was man wohl Gesetzesgrundlage oder Präzedenzfall nennt. Ich hatte es nicht näher überprüfen können, aber ich war mir sicher und so fragte ich kurzerhand BEIDE, ob sie meine Gefährtinnen werden wollten. Was Bila aus Schendi mit 200 Frauen konnte, würde ich wohl mit zweien können.

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Wie man sich denken kann,….wieder große Augen, wieder auf- und zuklappende Kussmündchen und ein Mann, der sich rundum wohl fühlte, weil er wieder alle überrascht hatte. Die Damen erbaten sich Bedenkzeit und als die Nacht hereinbrach, machten wir uns auf dem Heimweg……..