Die erste Prüfung

1ter Tag der 1ten Hand im Monat Hesius im Jahre 00010 cgg

Nachdem Sir Veland in der Bürgersprechstunde vorgesprochen hatte,
begann meine Arbeit. Er wünschte, die von mir vorgeschlagene Tradition der 3 Prüfungen aufleben zu lassen. Dies würde bedeuten, er musste 3 Prüfungen absolvieren, um Köpfchen, Mut und Kampfgeschick und letztendlich auch sein Herz unter beweis zu stellen.
Die Prüfungen stammen noch aus einer Zeit, wo unser Zusammenleben der damaligen Outlaw-Familie der En´Kara Outlaws maßgeblich davon abhing, das die Bandenmitglieder mutig und kämpferisch erprobt waren, sondern eben auch Köpfchen im Zusammenhang mit Geschäften der „Wertgegenstände-Umverteilung“.

Ich kramte also in den tiefen meiner Truhen und wurde auch sehr schnell fündig. Die erste Prüfung sollte nun sicher stellen, dass Sir Veland in Zukunft auch umsichtig und mit Bedacht die Geschicke seiner neuen Familie lenken würde. Ich schrieb das alte Rätzel nochmal ins Reine und überbrachte Ihm die Schriftrolle, als ich ihn im Hof antraf.

Schon einige Tage danach hatte ich die korrekte Lösung zu meinem Rätzel auf dem Tisch und so konnte ich die 2 Prüfung angehen.

Ich konnte mit Sir Veland sprechen, ehe seine Schulung zum Krieger der scharlachroten Kaste durch den Statthalter Sir Hani aufgenommen wurde.
Ich unterrichtete Ihn kurz, dass seine Lösung richtig gewesen war und nun die 2 Prüfung folgen würde: die für Mut und Kampfkunst.

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Ich überließ Ihm die Wahl, ob er die Waffengattung oder aber seinen Gegner aus einer
Liste von möglichen Personen treffen wolle. Er wirkte etwas überrascht, jedoch gefasst und entschied sich für die Waffe der Krieger: das Schwert.

Im Vorfeld hatte ich seine Entscheidung kalkuliert und den passenden Gegner unter Hanis Schülern der scharlachroten Kaste der Krieger ausgemacht. So viel meine Wahl auf Sir Tharkan, der freundlicherweise eingewilligt hatte, unserer Stadt zu diesem Zweck seinen Schwertarm zu leihen.

Den Termin für das Schwert-Duell setzte ich für den 2ten Tag der 5ten Hand in diesem Monat zur 21 Erdenstunde fest.

Ich verließ Sir Veland, denn die Unterweisung durch Sir Hani würde ohnehin bald beginnen. Alte Kriegsgeschichten und Kampf-Strategien anhören wollte ich nicht, also suchte ich das Weite. Im Hof traf ich auf Lady Julina, die mir Unterlagen zur Beglaubigung übergeben wollte. Auch Sir Clark´s Mädchen Anaram hatte eine Botschaft für mich. In all dem Gewirr viel mir Gerd´s Sklavin auf, deren Ungehorsam mir und anderen Bürgern auch schon aufgefallen war. Und auch hier machte Gerd´s Mädchen seinem Haus keine Ehre, denn sie wollte sich verdrücken, ohne um Erlaubnis zu fragen! Ich hielt Sie auf und auf Nachfrage, wohin Sie denn wolle, gab Sie ganz freimütig zu, die Unterweisung von Sir Hani belauschen zu wollen.

Einigermaßen fassungslos zerrte ich die ungehorsame Sklavin hinter mir her und machte Sie am Pranger fest.

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Mir war bekannt, dass Sir Gerd dieses „Ding“ aus unerfindlichen Gründen ins Herz geschlossen hatte und so war der Pranger meine Alternative dafür, ihr nicht gleich
die Kehle durchzuschneiden. Aber anstatt Ihre missliche Lage wie eine wahre Sklavin zu ertragen, fing Sie auch noch an, um Hilfe zu schreien. In meinen vielen Märkten, die ich nun lebe, habe ich noch NIE eine Sklavin um Hilfe rufen gehört. Sie ereiferte sich sogar derart, dass Sie sich vor lauter Aufregung auf das Pflaster vor sich erbracht.
Lady Akiko mit Ihren Mädchen hatte sich Lady Julina und mir angeschlossen und sie
ordnete kurzerhand an, einige Eimer Wasser über die schreiende Sklavin zu kippen.
Einerseits, damit Sie den Mund hält und andererseits, damit der fürchterliche Gestank
Ihres Erbrochenem nicht weiter die Luft verpestete.

Sir Gerd, Ihr Besitzer erschien erst, als seine Unterweisung durch Sir Hani beendet war. Ob er seiner „Sklavin in Not“ sonst zu Hilfe geeilt wäre….weiß ich nicht.

Auf meine Bitte hin folgte mir Sir Gerd jedoch, um sein neues Quartier zu inspizieren.
Irgendwann hörte die Sklavin auch auf, um Hilfe zu rufen. Als wir zu Ihr zurück kehrten,
fanden wir sie geknebelt vor. Offenbar war Ihr Geschrei noch mehr Bewohnern auch
die Nerven gegangen. Da schafft ein Knebel schnell Abhilfe.

Sir Gerd befreite seine Sklavin und beide wurden fortan nicht mehr auf En´Kara gesehen. Ich werde mit dem Rat und dem Statthalter besprechen, ob wir Ihn als Heimsteinverräter ächten.

Lady Lane
Richterin und erste Schreiberin der Stadt En´Kara